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Diagnose Therapie Informationen aus der Industrie

Dermatologie & Allergologie

Fluor genitalis (und sexuell übertragbare Erkrankungen): Diagnose

Fluor genitalis

Definition

Sekretabgang aus der Vagina, der über das hinausgeht, was als normal empfunden wird. Sehr unterschiedliche Bewertung, sodass bei schwerer Kolpitis Angaben über Fluorbeschwerden fehlen können, eine leichte Hypersekretion der Zervix aber bereits als störend empfunden wird.

 

Bei der gesunden, geschlechtsreifen Frau besteht die lokale Flora aus Laktobazillen (Döderleinstäbchen), die aus Glykogen - in mehreren Schritten - Milchsäure bilden. Dadurch entsteht der saure pH-Wert der Vagina (3,8-4,5), der das Wachstum pathologischer Keime hemmt.

Herkunft des Fluors 

  • Vestibulär
  • Vaginal
  • Zervikal
  • Korporal
  • Tubar
     

Diagnosen

Vulvitis

infektiöse, allergische, mechanische, chemisch-toxische Genese; dystrophische oder neoplastische Ursachen; Verunreinigungen; Beteiligung bei Allgemeinerkrankungen, dermatologische Erkrankungen mit Vulvabeteiligung. Hauptsymptome Schwellung, Rötung, Hitzegefühl, Juckreiz, schmerzhaftes Urinieren, Dyspareunie

 

Bakterielle Vaginose

Fehlbesiedlung der Scheide mit Gardernella vaginalis; Zurückdrängung der physiologischen Döderleinflora. Häufigste Vaginalerkrankung der geschlechtreifen Frau; Gefahr der Aszension. Missempfindungen der Patientin durch Feuchtigkeitsgefühl, weißgrauen Ausfluss und üblen fischartigen Geruch

 

Primäre Kolpitis

Folge einer Infektion mit pathogenen Keimen (bakterielle Vaginose (35%), Soorkolpitis (20%), Trichomonaden (10%)). Hauptsymptome Fluor vaginalis, Pruritus, Dyspareunie

 

Sekundäre Kolpitis

Durchbrechung des biologischen Säureschutzes, z.B. durch einen Hormonmangel nach der Menopause oder bei Antihormoneller Therapie mit nachfolgender Vermehrung pathogener Keime. Hauptsymptome Fluor vaginalis, Pruritus, Dyspareunie

 

Akute Zervizitis

Hauptsächlich betroffen sind sexuell aktive, jüngere Frauen; meistens Clamydien, aber auch Anaerobier, Streptokokken, Gonokokken. Risikofaktoren bakterielle Vaginose, hohe Kohabitationsfrequenz ohne Kondomgebrauch, Promiskuität Hauptsymptom eitrige Fluor.

 

Chronische Zervizitis

als Begleiterscheinung eines Karzinomwachstums oder Polypen; nach diagnostischen Eingriffen. Häufig symptomlos

 

Endometritis

bei der geschlechtsreifen Frau häufig Durchgangsstadium zwischen Zervizitis und Salpingitis im Rahmen einer Keimaszension; meist Clamydien, Anaerobier oder Gonokokken. Vorkommen in Östrogenmangelperioden wie Wochenbett, nach einer Fehlgeburt oder in der Postmenopause; nach Interruptio; Hauptsymptome sind Blutungsanomalien, Druckempfindlichkeit des Uterus, Fluor korporalis

Ursachen

Östrogenmangel durch Ovarialinsuffizienz
  • Während der Pubertät (bei dünner Epitheldecke der Vagina)
  • Passagere Ovarialinsuffienz während der Geschlechtsreife,
    persistierend während des Klimakteriums bzw. der Postmenopause (Kolpitis senilis)
  • Extragenitale endokrine Störung (z.B. Diabetes mellitus)
Allgemeinerkrankungen
  • Infektionskrankheiten
  • Anämie
  • Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes
Hypersekretion der Zervix
  • Ständige Alkalisierung des Vaginalinhaltes
  • Vegetative Dystonie
  • Parametropathie bzw. Pelvipathie
  • Ektopie
Infektionen (sexuell übertragbare Erkrankungen [STD])

 

 

Fremdkörper

  • Pessar
  • Bei Masturbation eingebrachte Fremdkörper
  • Zurückgebliebener Menstruationstampon
Chemische Noxen
  • Antikonzeptionelle Medikamente (vaginal Suppusitorien)
  • Spülungen, Sprayanwendung, Antibiotika
Korpuskarzinom 

Salpinigtis, Hydrosalpinx

Diagnostik

  • Anamnese: Zyklusanalyse, Menstruationshygiene (Intravaginaltampons; Spülungen), Kohabitationen, lokaler Gebrauch antikonzeptioneller Mittel. Ermittlung von Beschwerden. Vita sexualis
  • Inspektion der Vulva
  • Spekulumeinstellung: Fremdkörper (Tamponreste!), Zustand der Vaginalschleimhaut, Art des Fluors, Hypersekretion der Zervix, Ektopie bzw. Portiokarzinom, Smearkontrolle
  • Phasenoptische Kontrolle des Vaginalsmears: Trichomonaden, Soor, Corynebacterium vaginale, Leukozytose, Östrogenwirkung
  • Bei bakterieller Vaginose: Geruchsprobe: typischer Fischgeruch (zu provozieren durch Auftropfen von 10%iger KOH: fischartiger Amingeruch); Mikroskopie des Scheidensekrets nach Färbung mit 1% Methylenblau: fast völliges Fehlen des Laktobazillus und auffallend geringer Leukozytose; clue-cells: dicht mit Corynebakterien bedeckte Vaginalepithelien, bei unscharfen Zellgrenzen. pH-Wert zwischen 4,5 und 5,5; evtl. kultureller Nachweis von Gardnerella vaginalis und Anaerobiern
  • pH-Bestimmung (mit Indikatorpapier)
  • Chlamydienabstrich und Serologie
  • Bakterielle Kultur mit Keimbestimmung und Antibiogramm
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Letztes Update:2 März, 2009 - 13:17